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Reisebericht: Paris
19. Juni 2008 - 22. Juni 2008

© 2008 by Janine Schreiber



Als ich erfuhr, dass im Frühjahr 2008 im Pariser Grand Palais
eine große Ausstellung über das Leben der Königin Marie Antoinette
stattfinden werde, war ich sofort Feuer und Flamme.

Es stellte sich allerdings die Frage, wie bringe ich meine Schwester dazu,
sich mit mir noch einmal auf die Spuren Marie Antoinettes zu begeben ?
Nun, es war leichter, als ich dachte, denn meine Schwester war
selbst begeistert von der Idee, wieder nach Paris zu fahren.

Und so stand recht schnell fest, wir würden in 2008 wieder nach Paris fahren !


 
  



Donnerstag, 19. Juni 2008


Der Donnerstag begann schon sehr früh. Gegen 6:00 Uhr morgens klingelte der Wecker.
Da wir ja möglichst viel von Paris erleben wollten, war eine frühe Zugfahrt unvermeidlich. Mein Zug ging um 8:18 vom Guntersblumer Bahnhof ab... der Zug meiner Schwester - Direktverbindung mittels TGV - startete in München bereits gegen 6:20 Uhr.
Mein Freund brachte mich zum Bahnhof in Guntersblum.
Von Guntersblum zum ICE in Mannheim fuhr ich mit der Regionalbahn.
Der ICE verließ Mannheim schließlich um 9:41 Uhr... mit meinem Riesen-Trolley hatte ich das Glück, dass der Platz neben mir bis Paris frei blieb, so dass ich den Trolley ruhigen Gewissens dort abstellen konnte.
Unterwegs hatte ich genug Zeit, mich per SMS mit meiner Schwester zu unterhalten und endlich mal mein vor langer Zeit begonnenes Buch "Stolz und Vorurteil" weiterzulesen.

Bei der Buchung der Tickets, hatte ich dafür gesorgt, dass meine Schwester aus München und ich aus Mannheim ungefähr gleichzeitig in Paris am Gare de l’Est ankommen.
Der TGV aus München erreichte den Bahnhof gegen 12:34 Uhr. Mein ICE aus Mannheim kam, mit einer Verspätung von 8 Minuten, um 12:57 Uhr an.
Alles klappte super, meine Schwester wartete bereits auf mich und so machten wir uns auf den Weg zur Métro, um zur Unterkunft zu fahren, wo wir gegen 13:45 Uhr ankamen.

Wir begaben uns anschließend von unserer Unterkunft in der Avenue d'Iéna zur Champs-Elysées, als es allmählich zu regnen begann - wir befürchteten schon, ebensowenig Glück wie im letzten Jahr mit dem Wetter zu haben...
Auf der Champs-Elysées suchten wir uns eine Unterstellmöglichkeit, als der Regen heftiger wurde und da kam uns das FNAC-Büro gerade recht.
Waren wir schon hier, beschlossen wir also, uns gleich auch die Eintrittskarten für die "Marie Antoinette - Ausstellung" zu besorgen.
Wir wählten den Samstag zum Besuchstag, zumal für Samstag schlechtes Wetter gemeldet wurde. Da die Ausstellung wohl immer noch gern und viel besucht wurde, konnten wir uns keine Besuchszeit aussuchen und bekamen Tickets für Sa, 21.06.2008, ab 13:00 Uhr.
Uns war das egal, uns passte eh jede Zeit.

Als wir den Laden verließen, hatte sich auch das Wetter wieder beruhigt. Der Promod-Laden auf der Champs-Elysées war unser nächstes Ziel. Shopping in Paris war ja einer unserer Programmpunkte und so ließen wir uns von den Pariser Modetrends verführen. Ich als Shoppingmuffel wurde in Paris tatsächlich eines besseren belehrt, überall fand man irgendetwas, das einem gefiel und das man haben musste... seien es nun Schuhe, Taschen oder Kleidung... irgendwie war alles einfach nur toll und stylisch - und nen großen Trolley für die Heimfahrt, hatte ich ja dabei...

Als kleinen Wehrmutstropfen bekam ich vom vielen Laufen in nassen Ballerinas (die Straßen waren vom Regen noch nass) gleich am ersten Tag schon eine Blase am Fuß, so dass es mir kaum möglich war, weitere Strecken zu Fuß zurück zu legen. Also entschieden wir uns erst einmal für die Heimfahrt, um uns trockene und bequeme Schuhe anzuziehen.

Nachdem wir unser Schuhwerk gewechselt hatten, setzten wir unsere Shoppingtour fort und fuhren mit der Métro zum Forum des Halles, dem größten Einkaufszentrum der Stadt.
Das Forum entstand Mitte des 20. Jahrhunderts dort, wo sich einst die Pariser Markthallen erstreckten. Deren Abriss bedauern die Pariser wohl heute noch, denn seit der Errichtung des Forums geht es hier nur noch um "gesichtslosen Kommerz", wie eines meiner Paris-Bücher meint.
Das Forum des Halles besteht heute aus 250 Geschäften, verteilt auf 4 unterirdischen Etagen und einem Innenhof, und ist direkt mit dem RER- und Métro-Netz (Métro Châtelet - Les Halles) verbunden.
Ein FNaC-Büro ist hier übrigens auch zu finden.
Auch hier in den Hallen ließen wir wieder Geld zurück, in Geschäften, die es bei uns überhaupt nicht gibt, aber unbedingt geben sollte.

Mit der Métro fuhren wir anschließend erschöpft zum Étoile (Place Charles de Gaulle / Arc de Triomphe) zurück und liefen von dort die Avenue Kléber entlang. Das Wetter spielte nun zum Glück richtig gut mit.
Meine Schwester kannte in einer der Seitenstraßen der Av. Kléber einen empfehlenswerten Sushi-Express - "Planet Sushi" - also entschieden wir uns für Sushi zum Abendessen.

Dort angekommen, freuten wir uns riesig, als wir die TV-Bildschirme bemerkten, die das Viertelfinalspiel Deutschland - Portugal zeigten. Immerhin befanden wir uns in diesen Tagen mitten in der Fußball-Europameisterschaft 2008 !
Wir dachten ja, dass die Franzosen nach ihrem Ausscheiden aus der EM weder weiteres Interesse an der EM, noch an einem Spiel der Deutschen zeigen.
Weit gefehlt... man drückte sogar den Deutschen die Daumen und freute sich mit uns über jedes einzelne Tor dieser schönen Fußballpartie.
Meine Schwester und ich aßen also jeder eine Soup Miso, teilten uns eine Sushi-Platte "Planet Maki Plus" und verfolgten die erste Halbzeit des spannenden Fußballspiels, die mit einem 2:0 für Deutschland endete.

Für die zweite Halbzeit ließen wir uns in der nahegelegenen Bar "Le Corner Café" in der Av. Kléber nieder und tranken Kir.
Deutschland gewann das Viertelfinale mit 3:2 gegen Portugal und meiner Schwester und mir wurde seitens der Franzosen gratuliert.
Wir waren wirklich erstaunt über soviel Herzlichkeit und Freude für Deutschland.
Dass die Franzosen ihr Bild von den Deutschen ins Positive änderten, verdankten wir - so sagte man uns - übrigens der WM 2006, die Deutschland so erfolgreich und voller Freude der Welt bot. "Zu Gast bei Freunden", davon überzeugten sich auch die Franzosen, dachte man doch bislang, dass die Deutschen zwar ordentlich und organisiert, aber eher spießig seien.
Die WM 2006 zeigte Deutschland jedoch in einem gänzlich anderem Licht: das eines freundlichen Landes, das ausgelassen und fröhlich ist und richtig gut feiern kann.

Totmüde, aber glücklich über diesen wunderschönen Tag, machten wir uns gegen 24:00 Uhr auf den Heimweg.



Freitag, 20. Juni 2008


Völlig erschöpft vom gestrigen Anreisetag und der anschließenden Tour, ließen wir es uns heute nicht nehmen, ganz in Ruhe auszuschlafen.
Zum Frühstück suchten wir wieder denselben Bäcker auf, der uns schon im vergangenen Jahr mit seinen leckeren Gebäcken den Morgen versüßte, und kauften uns dort zwei croissants chocolats aux amandes sowie zwei couronnes, die den chouquettes ähneln, die wir so lieben.
Mit diesem Frühstück setzten wir uns in den Park der Place des États-Unis.

Für heute stand "Shopping" ganz groß auf dem Programm, auch wenn wir gestern schon damit begonnen hatten.
Meine Schwester hatte sich vorab im i-Net über gute Shoppingmöglichkeiten informiert und stieß da u.a. auf die Hallen und ihre Umgebung, auf die Rue de Rivoli und auf den Boulevard de Sébastopol.

Wir stiegen aber erst einmal bei der Métrostation Champs-Elysées/Clemenceau aus, da wir von dort in Richtung Louvre laufen wollten und uns zudem schon mal anschauen wollten, wo genau die "Marie Antoinette - Ausstellung" im Grand Palais stattfindet.

Grand Palais, Paris -- © 2008 by Janine Schreiber 

Wir standen also nun vor dem Grand Palais und schauten auf das riesige Plakat zur "Marie Antoinette - Ausstellung". Unsere Vorfreude auf Samstag kann man sich bestimmt vorstellen...

Plakat zur MarieAntoinette-Ausstellung -- © 2008 by Janine Schreiber 
© 2008 by Janine Schreiber 

So ganz verstanden wir nicht, was der Hinweis bedeuten sollte, dass der Eingang der Ausstellung über den Square Jacques Perrin erreichbar sei... nirgendwo auf unseren Karten war ein Park mit diesem Namen in der Nähe des Grand Palais auffindbar.
Nun gut, dachten wir, wir würden den Eingang am nächsten Tag schon finden.

Es ging also vorbei am Grand Palais über die Av. W. Churchill zum Petit Palais, wobei man von der Avenue W. Churchill aus einen wunderschönen Blick Richtung Seine auf den Pont Alexandre III und den Invalidendom hat.

Grand Palais -- © 2008 by Janine Schreiber 
Petit Palais -- © 2008 by Janine Schreiber 
Blick auf den Pont Alexandre III und den Invalidendom -- © 2008 by Janine Schreiber 

Weiter ging es, entlang der Champs-Elysées bis hin zur Place de la Concorde.
Und obwohl wir diesen denkwürdigen Ort im letzten Jahr mehrfach besucht hatten, ist es immer wieder unheimlich, hier zu sein...
Wir bogen hier mit Blick auf den Tuilerienpark links in die Rue de Rivoli ein, welche links am Jardin des Tuileries und am Louvre vorbeiführt.
Es ist jedoch nicht empfehlenswert, direkt von Beginn an die Rivoli entlang zu laufen, wenn man eine einigermaßen preiswerte Shoppingtour geplant hat.
In Höhe des Tuilerienparks und des Louvre findet man dort nämlich erstmal nur teure (aber schön aufgemachte) Hotels und Geschäfte, immer mal unterbrochen durch irgendeinen Schnick-Schnack-Souvenirladen.
Erst gegen Ende des Louvre beginnen in der Rue de Rivoli die typischen Modegeschäfte und das nicht zu knapp...
Es empfiehlt sich also, in Ruhe den Tuilerienpark und den Louvreplatz zu durchschreiten, und dann erst in die Rue de Rivoli einzubiegen.

Meine Schwester entdeckte dort gleich ein 3Suisses-Geschäft, doch fanden wir darin nicht allzu viel Neues, was es nicht auch im 3Suisses-Katalog zu bestellen gibt.
Modeketten wie Esprit, Zara, Promod, aber auch die hierzulande unbekannten, aber traumhaften Labels wie Bershka, Etam oder Móa lassen jedes Mode-Herz höher schlagen.
Selbst der dortige C&A überraschte uns... kein, wirklich kein Vergleich zum C&A hierzulande.
Wir hätten niemals den C&A betreten, wenn nicht im Schaufenster ein schönes Kleid von Clockhouse gehangen hätte, das ich unbedingt anprobieren wollte.
Erst am Eingang bemerkten wir, dass dies ein C&A-Geschäft ist.
Die gesamte untere Etage war der Firma Clockhouse gewidmet... wir waren über die Vielfalt der Mode einfach nur begeistert.
Die Tüten und Taschen wurden immer schwerer, der Geldbeutel immer leichter, aber genau dafür waren wir ja schließlich hier.

Auf dem Boulevard de Sébastopol machten wir im schicken Sandwich-Schnellimbiss eine kurze Rast und bestellten uns das wohl leckerste belegte Baguette, das ich je gegessen habe: Baguette Montagnard - Ciabattabaguette mit gekochtem Schinken, Tomaten, Raclette-Käse und einer sahnigen Soße... alles im Backofen erwärmt... köstlich.
Ich sah einfach mal über den Ursprung des Baguette-Namens hinweg und ließ es mir schmecken.

Über die Sébastopol gelangten wir wieder zum Forum des Halles und machten dort noch ein paar Einkäufe, doch so allmählich machten sich unsere schmerzenden Füße und die überfüllten und schweren Einkaufstaschen bemerkbar.
Wir stiegen jedoch nicht sofort in die Métro ein, sondern beschlossen, zurück zum Louvre zu laufen.

 

Das Forum des Halles ist über den anliegenden Park direkt mit der alten, wunderschönen, spätgotischen Kirche Saint-Eustache und der Bourse de Commerce verbunden. Hier schlenderten wir vorbei und kamen dann über die Rue du Louvre wieder zurück zum Louvre.

Kirche St. Germain-l´Auxerrois -- © 2008 by Janine Schreiber

Wir machten ein paar Fotos von der schönen Kirche St. Germain-l’Auxerrois, die ja zu Zeiten der Valois-Dynastie die Kirche der Könige war und deren Glocke zudem 1572 die Bartholomäusnacht einläutete.
Dann ging es über die Place du Louvre zum Louvre, wo wir letztes Jahr von einem bösen Unwetter überrascht wurden.
Diesmal jedoch war uns das Wetter hold... es hätte zwar an diesem Tag besser sein können, aber wir wollen uns ja nun nicht beklagen.

Louvre & die Glaspyramide -- © 2008 by Janine Schreiber 
Glaspyramide -- © 2008 by Janine Schreiber 
Blick auf den Louvre -- © 2008 by Janine Schreiber 

Über den Jardin des Tuileries kamen wir schließlich zurück zur Place de la Concorde, fuhren von dort mit der Métro zurück zur Avenue d’Iéna und kamen gegen 20:45 Uhr wieder in unserer Unterkunft an.
Gegen 22:00 Uhr waren wir dann noch mal beim Eiffelturm, aßen Crêpes fromages und schauten uns den zur vollen Stunde glitzernden Eiffelturm an.

Eiffelturm -- © 2008 by Janine Schreiber

Um 23:30 Uhr war unser Tag dann zuende.



Samstag, 21. Juni 2008


Am Sonntag waren wir sehr früh aufgestanden, etwa gegen 7:15 Uhr.
Das Wetter wurde ja als weniger schön und mit einem Regenrisiko von bis zu 85%, angekündigt. Doch was war das ? Die Sonne strahlte bereits frühmorgens durch’s Fenster ! Von den angekündigten "nur 16°C" keine Spur ! Es war heiß, schon so früh am Morgen.
Wir waren nun etwas verwirrt, wie wir uns kleiden sollten.
Die Tatsache jedoch, dass wir u.a. den Katakombenbesuch und die "Marie Antoinette-Ausstellung" geplant hatten, jedoch immer mal wieder lange im Freien unterwegs sein würden, führte dazu, dass wir uns für einen warmen Tag vorbereiteten, uns entsprechend luftig kleideten, aber eben mit festem Schuhwerk und einer Jacke in der Tasche.


Die Katakomben von Paris

Gegen 9:00 Uhr fuhren wir mit der Métro von der Avenue d’Iéna zur Haltestelle Denfert-Rochereau.
Wir hatten ja durch das 
Marie Antoinette-Forum bereits erfahren, dass sich die Katakomben in direkter Umgebung dieser Métrostation befinden, doch sind die Angaben der Reiseführer verwirrend, da dort als Adresse "1 Place Denfert-Rochereau" angegeben ist.
Inzwischen ist das Schild, auf dem "Place Denfert-Rochereau" geschrieben stand, durchgestrichen. Darunter steht scheinbar der neue Name der Straße, den ich mir allerdings leider nicht gemerkt habe.
Sämtliche Reiseführer, egal ob Buch oder i-Net, geben jedoch noch die alte Bezeichnung an.

Jedenfalls überquerten wir lediglich die Straße und standen genau vor dem Eingang zu den Katakomben.

Foto © 2008 by Janine Schreiber

Es war 9:50 Uhr, also mussten wir uns noch bis 10:00 Uhr gedulden.
Die Katakomben öffnen dienstags bis sonntags ab 10:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr, wobei um 16:00 Uhr der letzte Einlass ist.

Bei den Katakomben - wie übrigens bei vielen Museen und Ausstellungen in Paris - gilt man bis zum 26. Lebensjahr zum Tarif "Jeunes" und erhält ermäßigten Eintritt, ca. 5,00 €.
Erst ab 26 Jahre zahlt man dann den vollen Eintritt, der bei den Katakomben bei 7,50 € lag.

Zuerst geht es auf dem Weg unter Tage eine steile, endlose Wendeltreppe hinab... man befürchtet richtig, sich, unten angekommen, erstmal wieder zurechtdrehen zu müssen, bevor man geradeaus laufen kann.
Hat man die Treppe endlich geschafft, gelang man wie in eine Art Vorraum, in dem einige Bilder mit Zeichnungen und Berichten aus den vergangenen Jahrhunderten ausgestellt sind.

Foto © 2008 by Janine Schreiber 
Foto © 2008 by Janine Schreiber 
Foto © 2008 by Janine Schreiber 
Foto © 2008 by Janine Schreiber

Und schon geht es los durch nie enden wollende schmale und dunkle Gänge, bei denen man hinter jeder Ecke irgendwas Böses vermutete... total unheimlich...

Foto © 2008 by Janine Schreiber

Plötzlich gelangt man an einen heller beleuchteten Ort, der schöne, aus Stein geschaffene Kunstwerke beinhält. Kaum zu glauben, hier unten in dieser Dunkelheit und unheimlichen Umgebung Kunst erwarten zu dürfen.

Foto © 2008 by Janine Schreiber 
Foto © 2008 by Janine Schreiber 

Weiter ging es, wieder durch schmale Gänge, bis wir vor dem Eingang zum Reich der Toten standen.

Foto © 2008 by Janine Schreiber

Dahinter finden sich die berühmten Totenkopf- und Knochenansammlungen, die über Jahrhunderte hinweg von verschiedenen Friedhöfen hierher verlagert wurden.

© 2008 by Janine Schreiber

U.a. handelt es sich dabei auch um die in den 80ern des 18. Jahrhunderts ausgelagerten Leichenmassen des Cimetière des Innocents, dem größten innerstädtischen Friedhofs von Paris, welcher gegen Ende des 18. Jahrhunderts dermaßen überfüllt war, dass die Verwesungsgase bereits Krankheits- und Todefälle in den anliegenden bewohnten Gebieten verursachten.

© 2008 by Janine Schreiber

Aber auch die Leichen diverser Kriege und Aufstände wurden hier gelagert, so befinden sich in den Katakomben u.a. auch die Knochen der Verstorbenen des Tuileriensturms vom 10.08.1792 und die der während der Französischen Revolution Guillotinierten.

© 2008 by Janine Schreiber

Man kann gar nicht festhalten, wie viele Knochen und Totenschädel in den Katakomben aufgebahrt liegen, es sind unzählige.
Wenn man bedenkt, dass das alles Namenlose sind, die niemals identifiziert wurden, wird einem ganz anders zumute.

Unheimlich waren die Katakomben aber nicht wirklich. Gut, die engen, dunklen Gänge sind schon ziemlich düster, aber letztendlich kommt das auf die Fantasie des Besuchers an, ob man ängstlich oder mutig da durch läuft.
Es ist auch wirklich absolut geruchsfrei in den Katakomben.
Die Temperatur ist angenehm kühl, nur manchmal gibt es am Boden kleine Wasserpfützen und - für alle Schreckhaften - hin und wieder tropft auch mal ein bisschen Wasser von der Decke.

Verlässt man das Totenreich, gelangt man zum Abschluss in einen Raum, der ein paar Persönlichkeiten aufzeigt, die während der Französischen Revolution starben und deren Knochen offensichtlich in den Katakomben ruhen, u.a. die Princesse de Lamballe, Mme Elisabeth, Camille Desmoulins und seine Frau Lucile, Danton, Robespierre, Saint-Just und der öffentliche Ankläger Fouquier-Tinville.

u.a. Robespierre, Saint-Just und Simon -- © 2008 by Janine Schreiber 
u.a. Lucile Desmoulins & Mme Elisabeth -- © 2008 by Janine Schreiber 
u.a. die Opfer der Septembermorde 1792, wie die Princesse de Lamballe -- © 2008 by Janine Schreiber 
u.a. Hébert, Danton und Desmoulins -- © 2008 by Janine Schreiber 

Homepage der Katakomben


Die MarieAntoinette-Ausstellung
(15.03.2008-30.06.2008)

Gegen 11:30 Uhr saßen wir auch schon wieder in der Métro in Richtung Grand Palais.
Für 13:00 Uhr hatten wir uns ja am Donnerstag Abend schon die Karten gekauft. Meine Schwester bekam natürlich mit ihren 25 Jahren wieder den ermäßigten Tarif "Jeunes" von 9,50 €, während ich im Normal-Tarif 11,50 € zahlte.
Wir stiegen bei der Haltestelle Champs-Elysées/Clemenceau aus, kauften uns zur Überbrückung der Zeit bis 13:00 Uhr einen Latte Macchiato am Segafredo-Stand der Métrostation und setzten uns in den Park am Grand Palais.

Und während wir da so saßen, kam uns wieder die Frage, was der Hinweis "Entrée Square Jean Perrin" auf dem Ausstellungsplakat zu bedeuten hatte und wo denn nun dieser Square Jean Perrin sein soll.
Meine Schwester zeigte dann auf dem Nebeneingang des Grand Palais, weil dort ebenfalls ein solches Riesenplakat von der Ausstellung zu sehen war.

© 2008 by Janine Schreiber

Wir liefen also neugierig dahin und siehe da, der klitzekleine, aber süße Garten vor dem Nebeneingang war jener Square Jean Perrin, der in keinem der uns vorliegenden Straßenverzeichnisse ersichtlich war.
Hier zu sitzen und sich die Zeit zu vertreiben, war natürlich weit angenehmer.

 

Ich muss nicht erwähnen, dass das als ach so schlecht angekündigte Samstagswetter das schönste Sonnenwetter war, das ich bislang in Paris erlebt hatte?

Etwa 12:30 Uhr gingen wir zum Eingang und kamen auch problemlos rein.
Hier startete nun die Ausstellung über Marie Antoinette, zu der ich einen extra-Beitrag auf dieser Homepage habe:

zum Bericht über die MarieAntoinette-Ausstellung
(Weiterleitung zu meiner Seite marieantoinette.npage.de)

Homepage rmn: l'Exposition Marie-Antoinette

Schwer mit Souveniren bepackt, liefen wir wieder in Richtung Champs-Elysées, da meine Schwester noch mal kurz zu Promod und Zara wollte.
Anschließend, gegen 15:30, fuhren wir mit der Métro (Etoile) heim.

Um den Tag entspannt ausklingen zu lassen, liefen wir kurz darauf noch mal zum Eiffelturm, kauften uns wieder Crêpes fromages, setzten uns auf eine Bank im Jardin du Trocadéro, in Sichtnähe zum Eiffelturm und sonnten uns.

Eiffelturm -- © 2008 by Janine Schreiber

Gegen 18:00 Uhr ging es dann noch mal in die Avenue Kléber, zum "Le Corner Café", wo wir uns wieder einen Kir gönnten und beratschlagten, wo wir zu Abend essen könnten.
Unsere Wahl fiel erneut auf den Sushi-Express, der es uns echt angetan hatte.
Um 20:15 Uhr trafen wir also wieder beim "Planet Sushi" ein und bestellten uns wieder Soup Miso und die "Planet Maki Plus"-Platte.

Gesättigt und zufrieden mit dem wunderschönen Tag kehrten wir schließlich heim, um unsere Koffer zu packen.



Sonntag, 22. Juni 2008


Der Sonntag galt eigentlich nur noch der Abreise aus Paris.
Unser Zug würde gegen 13:09 Uhr vom Gare de l’Est losfahren, daher hatten wir nicht die Zeit, noch irgendetwas zu unternehmen.
Wir standen um 8:15 Uhr auf, packten die restlichen Sachen ein und machten uns ca. 10:50 Uhr mit unserem Gepäck auf den Weg zum Gare de l’Est.
Am Bahnhof setzten wir uns in ein Café, um uns die Zeit zu vertreiben und kauften für daheim noch ein paar Croissants aux amandes.

Besonders touristenfreundlich ist der Bahnhof nicht gerade... man erfährt erst wenige Minuten vor der Abfahrt, auf welches Gleis man sich eigentlich begeben muss.
Das wäre in Deutschland undenkbar, wo ich bereits bei der Ticketbuchung übers i-Net erfuhr, auf welchen Gleisen meine Züge innerhalb Deutschlands starten und ankommen werden. Nur die Gleise für die Pariser Bahnhöfe waren nicht angegeben.
Wenn dann noch nicht mal die Infostände am Gare de l’Est besetzt sind, wird einem schon etwas mulmig zumute.
Zum Glück erfuhren wir unser Gleis noch rechtzeitig durch eine Bahnbedienstete - an der Anzeigetafel fehlte die Gleis-Angabe weiterhin - und so setzten wir uns in unseren ICE, der natürlich schon längst startklar war.

Um 13:05 Uhr fuhr unser ICE schließlich los - für die Rückfahrt hatte ich die Tickets so reserviert, dass meine Schwester und ich zumindest bis Mannheim im gleichen ICE und nebeneinander sitzen und sie dann ab Mannheim mit einem anderen ICE weiter nach München fährt und ich mit der Regionalbahn in Richtung Mainz.

Gegen 16:16 Uhr kamen wir dann in Mannheim an und verabschiedeten uns voneinander.
Ich brachte meine Schwester noch zu ihrem Anschluss-ICE und begab mich dann ebenfalls zu meinem Zug, der 16:41 Uhr Mannheim verließ.

Da die Bahnstrecke Ludwigshafen-Mainz zu dieser gebaut wurde, gab es für mich leider nur die Möglichkeit, auf den Schienenersatzverkehr auszuweichen.
Und so fuhr ich 17:00 Uhr von Ludwigshafen aus mit dem Bus nach Worms, wo mich mein Freund schließlich abholte.
Um 18:00 Uhr war ich dann endlich daheim.

Eine schöne Zeit in Paris war nun zuende und ich sitze hier an diesem Bericht und lasse meine Erinnerungen Revue passieren.
Fotos haben wir dieses Mal nicht allzu viele geschossen, da wir ja bereits letztes Jahr schon allerlei von Paris gesehen und fotografiert hatten.



rechtlicher Hinweis:
Text & Fotos (Copyright) © MariaAntonia 2007-2015

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